Hans Stuck – der ewige Bergmeister

Die Legende des Bergrennsports ist bis heute unangefochten Hans Stuck, der im Jahr 1900 in Warschau geboren wurde. Die Motorsportgeschichte kennt ihn unter der Bezeichnung “der Bergkönig”. Ursprünglich war Stuck Landwirt in Oberbayern, doch seine Liebe zum schnellen Fahren brachte ihn schließlich zum Motorsport. Er fuhr sein erstes Bergrennen im Jahr 1925 beim 5. Internationalen Automobil Turnier in Baden Baden – und gewann es. Sein Dürkopp, den er selbst getunt hatte, brachte ihm bei seinem ersten Start den Sieg. Von 1927 bis 1930 war er unschlagbar – mit einem Austro-Daimler gewann er zum Beispiel die Europa Bergmeisterschaft 1930. Danach stieg er auf Mercedes um, siegte 1931 beim Grand Prix in Lemberg und gewann etliche Bergrennen. Das passionierte Rennfahrer stellte auf einem neu gebauten Teil der Autobahn zwischen Frankfurt und Heidelberg einen Rekord auf – 286 Stundenkilometer war eine bisher nie erreichte Geschwindigkeit.

1934 schlossen sich die vier Automobilhersteller Audi, DKW, Wanderer und Horch zusammen und beauftragten Ferdinand Porsche, einen Grand Prix Rennwagen zu entwickeln. Dieser Wagen war extrem schwierig unter Kontrolle zu halten, doch Hans Stuck hatte damit als Experte keine Schwierigkeiten – er gewann der Großen Preis in Deutschland und ebenfalls in der Schweiz. Hans Stuck galt bei Bergrennen als unbesiegbar. Einen ernsthaften Konkurrenten fand er mit Bernd Rosemeyer, der ebenfalls für die Auto Union fuhr. 1937 wurde Stuck von der Auto Union entlassen, da man auf jüngere Fahrer setzen wollte. Zur gleichen Zeit entstand der Film “Deutsche Siege in drei Erdteilen”, in dem Hans Stuck eine Hauptrolle spielte.

Seine Rennfahrer Karriere schien sich dem Ende zuzuneigen, doch nach dem Tod von Bernd Rosemeyer erneuerte die Auto Union seinen Vertrag. Hans Stuck war weiterhin als Bergrennfahrer einer der Besten, wurde allerdings nur Dritter beim Großen Preis von Deutschland.

Nach dem zweiten Weltkrieg fuhr er von 1949 und 1953 in der Formel Zwei mit einem AFM-Rennwagen, startete in verschiedenen Rennen, jedoch mit mäßigem Erfolg. Also setzte er den Fokus wieder auf das, was ursprünglich seine Passion war – Bergrennen. Er fuhr für Porsche und BMW, wurde im Alter von 60 Jahren noch einmal Bergmeister und erhielt 1960 für seine Erfolge das Silberne Lorbeerblatt.

1962 endete die Laufbahn von Hans Stuck als Rennfahrer,  doch er blieb dem Motorsport treu und wurde Trainer auf dem Nürburgring. Dort bildete er unter anderen seinen Sohn Hans-Joachim aus, der später in die Fußstapfen seines berühmten Vaters treten sollte.

Im Alter von 77 Jahren verstarb der Bergmeister Hans Stuck – doch sein Name ist jedem Motorsport Freund noch heute ein Begriff.

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